Persönliches

Heute mussten wir  mal wieder zu unserer Tierärztin.  Kater Schnuffi - so von meiner Tochter benannt, als sie noch klein war - ist langsam ein Methusalix geworden. Mit 19 Katzenjahren hat er derweil umgerechnete 90 Menschenjahre auf dem Buckel. Was ihm inzwischen auch anzusehen ist. Er wird immer lahmer und schon vor einiger Zeit befürchteten wir, er wolle sich ganz von uns verabschieden.

Jedes Mal hat ihn aber eine Aufbauspritze mit dies und das, unter anderem einer Ladung Cortison, wieder auf die Beine gebracht. Außerdem bekam er täglich seine Schmerztablette. Der alte Kater soll ja nicht leiden.
Seit heute ist er auf seine alten Tage zum Junkie geworden. Jeden Tag bekommt er von uns das gute Dope unters Fell gejagt, das unsere Tierärztin aus dem Tresor geholt hat. Wir haben bezogen auf unser Körpergewicht ausgerechnete, das es sich nicht lohnt, Katerchen das Dope zu klauen, die Portion ist auf sein mickriges Gewicht von 4 kg berechnet.
Wir haben uns gefreut, dass unsere Tierärztin mit uns der Meinung ist, dass in dem Alter Schmerzfreiheit vor "gesund" geht, sch.. auf die Leberwerte.  Wir hoffen, dass jemand mit uns später auch so viel Mitleid hat und uns nicht nur mit Tranquilizern ruhig stellt, sondern uns was "Ordentliches" gibt wenn wir mal in die Jahre kommen.

Für diese Woche bin ich weg vom Schreibtisch und hüte die Zwillinge. Ich bin nun schon seit Samstag dabei und stelle fest, ich hatte doch glatt vergessen, wie anstrengend es ist, mit Kleinkindern umzugehen. Aber auch so was von toll! Leider sehe ich die beiden ja nicht so oft, wie ich es gern hätte. Das liegt einerseits daran, dass sie halt weder in Hannover noch in Berlin "um die Ecke" wohnen und natürlich auch daran, dass ich ja mit Job und Ehrenamt gut beschäftigt bin. Darüber hat meine Tochter früher schon - berechtigterweise - geklagt.

Also freue ich mich über die Zeit die ich mit den beiden habe und staune immer wieder, wie schnell sie sich weiterentwickeln. Ich habe den beiden ein neues Buch mitgebracht, das Raupenbuch "10 kleine Raupenkinder" eine politisch korrekte Version von 10 kleine Negerlein - oder auch 10 kleinen Jägermeistern. Unschuldig Da insbesondere Lenja Raupenfan ist, ist das natürlich neben den Lieselottebüchern - die ich liebe - ein neuer Renner. Ich bin allerdings nicht sicher, ob ich es am Ende der Woche die ich hier verbringe noch immer mag. Heute vormittag haben wir einen ausgiebigen Waldspaziergang gemacht. Die beiden Zwerge haben die 2 Kilometer prima weggesteckt und haben viele "große Baum" gesehen.

Zwei Jahre alt sind Malte und Lenja heute geworden. Normalerweise nenne ich sie ja immer andersherum, aber bei der Geburt hat er sich schlicht vorgedrängelt und hat daher auch das Anrecht beim Zweijährigen Geburtstag als erster genannt zu werden. Die beiden bekommen eine supertolle Kucheneisenbahn von der Mama am Vortag gebacken und eigenhändig am Vorabend noch geschmückt - ein Vorbereitungsabend, der mit Erinnerungen an längst vergangene Kindergeburtstage geschmückt wurde. JedeR bekam ein Kuschelkissen, auch das von der Mama in liebevoller Handarbeit gefertigt. 

Leider musste ich mich dann am Nachmittag auf den Zug gen NRW machen und habe immer noch die Augen von Malte und Lenja im Gefühl, die mich so gar nicht gehen lassen wollten. Oh Mist!!

Morgen geht es nach NRW, in die Schlussetappe des Landtagswahlkampfes. Wie schon in BaWü bin ich mit einem Bus der Linken auf Tour. Doch vorher geht es noch in's schöne Thüringen, genauer gesagt in's tiefschwarze Eichsfeld. Dort habe ich auch schon Wahlkampf gemacht. Witzig war es schon: Ich stehe mit der Kandidatin und viel Material vor einem Billigdiscounter mit A am Anfang und verteile das Material der Linken. Eine ältere Dame - die mich stark an eine wenig geliebte Chemielehrerin erinnert, mit Faltenrock und Knoten im Haar - empört sich, als ich ihr einen Flyer von uns anbiete: "Wissen Sie denn nicht, wer ich bin? Ich bin die Mutter des Herrn Minsterpräsidenten!" Übrigens jener, der einen Skiunfall hatte...

Hier ist jetzt aber kein Wahlkampf dran. Lenja und Malte – meine Zwillingsenkel – werden morgen 2 Jahre alt. Da möchte ich gern dabei sein. Ich denke ein bisschen zurück – vor zwei Jahren stand ich gerade mitten im Wahlkampf zum Bürgermeisteramt auf Helgoland, oft ein bisschen zerrissen, weil ich viel lieber nach den beiden Winzlingen geschaut hätte.

Normalerweise habe ich einen „Urlaubsschalter“. Umgeschaltet, bin ich in Urlaub und fertig! Diesmal hat mich die Politik dann doch tatsächlich auf der Piste eingeholt. Um 11 Uhr summte mein Handy eine SMS:  Bundesprädident Wulf ist zurückgetreten. 

Und ganz ehrlich, das überrascht mich nicht und berührt mich auch nicht weiter. Es wurde einfach mal Zeit. Auch wenn mich meine Ausbildung als Klärungshelferin wieder gelehrt hat: “ Es gibt immer mehrere Wahrheiten“,  so stimmt es aber auch, dass nicht alles, was erlaubt ist auch gemacht werden muss. Und diese Grenze hat unser Bundespräsident schon  lange überschritten. Es mag seine Wahrheit sein, dass er sich immer korrekt benommen habe, meine Wahrheit ist eine andere. Jede und jeder, die/der in der Politik ein Mandat wahrnimmt, ist ganz besonders gefordert, sich darüber im Klaren zu sein, was geht und was nicht. Und ich bin der Überzeugung, dass gerade dadurch, dass es hier eine große Grauzone gibt, besondere Vorsicht geboten ist. Und so bezahle ich schlicht meinen Wein lieber selber, plädiere dafür, dass „VIP-Karten“ und ähnliche Präsente an kommunale MandatsträgerInnen besser entweder zurückgegeben werden oder an Menschen weiter gereicht werden, die sich so eine Karte nicht leisten können – und das am besten öffentlich. Und ich traue auch Keinem, der mir oder anderen Wohltaten, Jobs oder anderes verspricht, sei es innerhalb einer Partei oder außerhalb. Punkt – das ist eben meine Wahrheit.

Während ich dieses schreibe, verglüht die Sonne hinter schneebedeckten Bergen. Das ist groß und gewaltig!

Schon seit 14 Jahren treffen wir uns alljährlich in Silbernaal, im Tagungshaus Kraftzwerg zum Doppelkopf-Tunier. Rund 30 Leute zocken einen langen Abend, oft kräftig bis in die Nacht hinein um den begehrten Wanderpokal, der derweil schon die dritte zusätzliche Gravur-Platte erhalten hat, damit auch alle GewinnerInnen dokumentiert sind. Es gibt auch noch einen 2. Pokal, der allerdings nicht ganz so begehrt ist, das „Schlusslicht“.

Mit Entsetzen verfolge ich die Ereignisse in Japan. Unvorstellbar, was diesem Land widerfährt. Ich nehme jede Gelegenheit wahr, mich weiter zu informieren, hoffe auf gute Nachrichten, doch sie sind wahrlich rar. Unvorstellbar aber auch, wie unsere Bundesregierung auf diese Katastrophe reagiert: mit viel Wahlkampfgetöse wird die Verlängerung der Laufzeiten der deutschen AKWs auf Eis gelegt, werden Abschaltungen versprochen. Bedurfte es wirklich dieses Unglücks, um klarzumachen, dass das atomare „Restrisiko“ nicht beherrschbar ist? Warum haben die Erfahrungen des Super-GAUs von Tschernobyl nicht gereicht?

Szenen aus der Zeit des Tschernobyl-Unfalls werden in mir wach. Meine Tochter war damals gerade mal 3 Jahre alt, Angst machte uns neben vielem anderen auch die fehlenden Informationen über die Auswirkungen bei uns. Das versprochene Geburtstagspicknick im Garten mit den Kindern aus dem Kinderladen wurde auf den Fußboden im Esszimmer verlegt. Wir haben Boden- und Grasproben zum Messen des radioaktiven Gehaltes ins Labor geschickt, festgestellt, dass wir Glück im Unglück hatten. Unser Garten war nicht betroffen, wohl aber die Wiesen von Pferd und Schaf. Noch lange hat der Schreck von Tschernobyl nachgewirkt, hat mich letztlich weiter politisiert und so auch meinen Lebensweg beeinflusst.

Dieses Sylvester veranstalten wir nun schon das 4. Wedekindstraßen-Doppelkopf-Tunier. Während rauschende Partynächte nun nicht wirklich „unseres“ sind, finden wir diese Form des Jahresübergangs sehr schön. Mit netten Gästen und der 1. wichtigen Regel „Es wird nicht gemeckert“ spielen wir bis kurz vor den Jahreswechsel, gehen dann nach draußen zum Neujahresgruß und Feuerwerkgucken und im Anschluss daran geht’s weiter. Dieses Mal bis morgens um 6.00 Uhr – das muss auch mal sein. Cool

Da ich mich diesmal nicht Delegierte des Parteitages war, habe ich mir die Freiheit genommen, mir frei zu nehmen. Am Samstagnachmittag und -abend fand das 13. Dobbelkopp-Tunier im Harzer Kraftzwerg statt. Schon seit Jahren bin ich immer dabei und ich hätte es sehr schade gefunden, auf diesen tollen Abend im Kreise vieler netter Menschen verzichten zu müssen. 

Reisen macht manchmal ein wenig sentimental, insbesondere wenn es sich um Reisen in die Vergangenheit handelt. Nun hatte ich zwar keine Zeitmaschine, aber solche Reisen funktionieren ja durchaus auch ohne. Bei mir ging es am Wochenende rund 35 Jahre zurück. Zu dieser Zeit befand ich mich mitten im Studium und wenn ich nicht im Hörsaal saß, dann war ich auf einen kleinen Reitplatz am Rande eines Dorfes bei Göttingen entweder selbst auf dem Pferderücken oder oft auch als Reitlehrerin für diejenigen, die noch nicht so weit in ihren Reitkünsten waren. Um diese Aktivitäten herum hatte sich ein Freundeskreis entwickelt, der tatsächlich 35 Jahre überstanden hat. Jährlich trifft man sich zum „Herbstritt“, anfangs tatsächlich noch zu Pferde.

Lenja schläftBevor icMalte schläfth jetzt nächste Woche nach Helogoland abdampfe, habe ich noch mal Besuch von meiner Tochter nebst Familie bekommen. Die beiden Großen wollen heute zum M’era Luna Festival und daher ist für mich Babysitten angesagt. Jetzt habe ich die beiden Kleinen erstmal „geschafft“, wie auf den Fotos unschwer zu erkennen ist.

Vielleicht ist jetzt ein Stückchen Ruhe und ich kann mal schnell diesen Blog schreiben. Montag früh habe ich im Cafe um die Ecke einen Termin mit einem Journalisten der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, der mich vor einiger Zeit angerufen hat. Er möchte einen Bericht über die Hannoveranerin schreiben, die sich aufmacht Helgoland „zu erobern“. Dann wird gepackt und am Dienstag geht es los. In meinem Job habe ich für diese Zeit meine Stundenzahl auf die Hälfte reduziert, damit ich auch ausreichend Zeit für den Wahlkampf habe. Daher wird natürlich auch das Laptop eingepackt, wie schön, dass das alles heute so problemlos hinzubekommen ist.