Persönliches

Unser Katerchen Anton - der immer ein kleines Sorgenkaterchen war - hat sich totfahren lassen. Wir sind sehr traurig! Als ich gestern morgen zur Arbeit wollte, habe ich ihn auf der Straße liegen sehen. Wir haben ihn dann nach Hause geholt und alle erstmal eine Runde geheut. Da er, als ich ihn fand, mitten auf der Straße lag, hoffe ich jetzt mal, dass es schnell ging für ihn. Wir denken an ihn im Sternenclan - an der Seite von Schnuffi, seinem alten Kumpel.

Drei Jahre sind Malte und Lenja schon. Die Zeit verstreicht schnell – das hat meine Oma schon immer gesagt – hat das was mit meinem Älterwerden zu tun? Egal. Es war ein toller Geburtstag, diesmal gab es einen superbunten Regenbogenkuchen für die beiden Geburtstagskinder. … und weil kind sich was wünschen darf, wurden nach dem Mittagsschlaf im Tierpark Pommes für die beiden serviert, ein Festessen für 3-jährige FeinschmeckerInnen, insbesondere dann, wenn es die nicht so oft gibt ;-).

Das Festessen für die Großen gabe es dann am Abend im "Leib und Seele" irgendwo am Wald in der Nähe von Meinhard bei Eschwege. Es ist ein Gasthaus der besonderen Art, es wird erzählt, was so in der Küche da ist und dann können sich die Gäste überlegen, was sie essen möchten. Wir werden ganz selbstverständlich geduzt und die Chefin stellt sich mit "Angela" vor. Essen (Bio) und Atmosphäre sind wirklich toll!

Der 1. Mai ist Tag der Arbeit. Wir haben daraus dieses Mal eher einen Tag der ArbeitgeberInnen gemacht. Ich schniefe und huste schon seit Tagen, Michael hat vorgestern angefangen und Ute hat gestern ziemlich doll erwischt. Klar, wir haben ja auch frei.

 Also haben wir uns die 1. Mai-Demo geklemmt und sind zuhause geblieben. Insbesondere Michael fiel das sehr schwer, weil er mindestens seit 10 Jahren nicht mehr „geschwänzt“ hat. Wir beruhigen ihn, mit bellendem Husten am Stand macht sich nicht gut, das ist eher was für die politische Konkurrenz, wenn mensch den politischen Gegner ausschalten möchte… (?)

Stattdessen haben wir ein bisschen weiter an unserem "Spießerheim" gebastelt. Der Pleitegeier hat jetzt seinen festen Platz auf der Tanne und schaut damit in die Ferne anstatt auf unsere Finanzen. Das hat wohl auch gelohnt, wir haben heute über ebay ein nettes Geschäft mit dem im Garten beheimateten Monster-Kamingrill gemacht haben, den wir so gar nicht leiden konnten. Nun hat ihn jemand anderes und hat sich gefreut – wir auch!

Die Katzentreppe ist eine Katzentreppe und doch keine Investitionsruine. Wir haben sie erwischt! Wenn sie glauben, wir gucken nicht hin, dann nehme sie nicht den anstrengenden Weg über die Hecke, sondern den „Rentner_innenweg über die Katzentreppe. Ich bin beruhigt. Zurzeit haben die beiden Jungspunde das noch nicht nötig, aber auch Katzen kommen irgendwann mal in die Jahre…

Um bei den Katzengeschichten um den Umzug herum zu bleiben: Ich glaube sie veralbern uns. Ich habe – frau will es ja wissen – Katzenleckerli auf die Katzentreppe gestreut. Trotzdem astet sich Anton immer mühsam die Hecke hinauf. Phoebe balanciert auf ihr und springt sie dann runter. Anderes haben wir noch nicht gesehen. Aber die Katzenleckerli sind nicht mehr da…?

Unser kleines gemietetes Reihenhäuschen soll unseren Katzen auch den notwendigen Freiraum bieten. Da wir uns als zu faul erklärt haben, immer ins Erdgeschoss zu gehen um die Katzen rein- und rauszulassen, haben wir eine Katzentreppe bei Ebay erworben. 
Ich habe geschätzt, 3,30 m sind für einen 45° Winkel ok, Michael hat’s noch mal mathematisch mit Cosinus Alpha (Gegenkathete zur Hypotenuse) überprüft und kam auf 3,60 m. Also 3 Teile a 1.10 m bestellt, bekommen, aufgebaut und angeschraubt.  Die fehlenden 30 cm (Michael hatte mit 3,60 recht) haben wir mit einem großen Stein ausgeglichen. 
Kater Anton hat beschlossen: Katzentreppe ist doof, die große Hecke auf der anderen Seite vom Balkon ist viel praktischer. Was Phoebe beschlossen hat, haben wir noch nicht rausbekommen, sie lässt sich weder beim Abstieg noch beim Aufstieg beobachten. Nur unser Nachbar hat glaubhaft versichert, dass sie schon seinen Garten besichtigt hat. Die Katzentreppe jedenfalls hat sie nicht benutzt, die „Lockbröckchen“ liegen immer noch auf den Stufen. So was nennt mensch wohl eine Investitionsruine – oder? Ich bin weiter optimistisch, sie werden es schon noch lernen, Katzen sind klug und auf die Dauer auch bequem.

Langsam zeigt sich der Charme unserer neuen Bleibe. Der Frühling ist endlich angekommen, draußen schreien die Vögel rum – der erste sitzt morgens um 4:30 direkt neben meinem Dachfenster. Es lebe das Fastlandleben. Im übernommen Garten mit Teich haben wir vor einigen Tagen 3 Goldfische entdeckt. Das passt zu uns, wir wohnen und leben ja hier auch zu dritt.

Also habe ich ein Teichthermometer gekauft und nach Messung von mehr als 12° C habe ich mich zum nächsten Tierfutterbedarf aufgemacht und Goldfischfutter gekauft. Wir wollen die Drei ja nicht verhungern lassen. 

Insgesamt finde ich unseren neuen Garten sehr spannend. Hätte ich so von mir gar nicht gedacht. Vor einigen Tagen waren wir auf der Deponie und haben Kompost geschaufelt – nächstes Jahr haben wir dann unseren eigenen, der Komposter steht schon. Das er schon halb voll ist, macht mir irgendwie Sorge, aber die schlauen Bücher sagen: „ Das setzt sich noch…“ Ansonsten haben wir ein bisschen rumgesät, uns Gedanken gemacht, wollen aber erst mal abwarten. Wir kennen diesen Garten nur im Winterzustand, wer weiß schon, was da so wächst.

So, das wichtigste ist geschafft: Wir sehen den Fußboden im Wohnzimmer wieder, die Küche ist eingeräumt, der neue Schlafzimmerschrank aufgebaut. … und der Göttin sei Dank: Telefon- und Internetanschluss sind dem vorherigen Provisorium gewichen, die Arbeitsecke ist eingerichtet. Ein PC hat einen kleinen Umzugsschaden erlitten – wie auch immer das passieren konnte - unser PC-Schrauber konnte ihn aber retten.

Unsere Katzen fangen langsam an, zu merken, dass sie jetzt hier wohnen und suchen nicht mehr nach Fluchtwegen nach Hause. Sie dürften aber trotzdem noch nicht wieder raus, im Moment gibt es auf den vielen Ebenen genug für die Beiden zu erlebe, zumal wir immer noch jeden Tag Sachen von hier nach dort kramen und umstellen. Ich habe meine Radtouren zum Bahnhof aufgenommen, es ist zwar noch schweinekalt, macht aber trotzdem viel Spaß. Eigentlich bräuchte ich noch mal 4 Wochen Urlaub, dann wäre wohl das meiste fertig. Stattdessen geht es in einigen Tagen auf Kommunaltour durch Schleswig-Holstein, frau gönnt sich ja sonst nix ;-))

Wir haben unser Hab und Gut in Kisten gepackt, allein die Bücher brauchen 90 Bücherkartons, um unterzukommen. Dabei haben wir vorher noch kräftig aussortiert und viel nach Hannover ins Fair-Kaufhaus  http://www.fairkauf-hannover.de/index.php gegeben, damit andere daran auch noch Freude haben können.

Unsere fleißigen Helfer haben alles eingeladen und in der neuen Wohnung wieder ausgeladen. Vorher war dort noch ein frisch renoviertes Stäbchenparkett aus den 50er Jahren, nun ist dort kein Fußboden mehr. Alles zugestellt! Es kann sich nur um Jahre handeln, bis wir das alles wieder ausgepackt haben. Und falsch gemessen haben wir auch: Der Schlafzimmerschrank ist 238 cm hoch - der Raum aber nur 230 cm. Nun liegt das gute Stück längs in der Garage und wartet auf neue Abnehmer*innen.

Ein bisschen Wehmut schleicht sich ein, wie wird es uns ergehen? Umzug aus einer großzügigen Jugendstilwohnung, beste Lage im Erdgeschoss in ein 3-stöckiges Reihenhaus der 50er mit je 2 Zimmern pro Etage am Stadtrand? Auf jeden Fall bekommen wir mehr Bewegung und sei es nur durch ewiges Treppenlaufen, weil wir was vergessen haben. Ich bekomme zusätzliches Training, auf das ich mich wirlich schon freue, auch wenn es mir vielleicht nicht jeder gleich glaubt. Endlich komme ich wieder zum Fahrradfahren. 8 km sind es bis zum Bahnhof - morgens und abends schnell gefahren und einfach nur gesund. Und sind sind stolze BesitzerInnen eines kleinen Gartens, in dem wir uns austoben können - hat doch auch was!

Auf jeden Fall ist eins schon mal sicher: Urlaub fällt dieses Jahr aus. Die Zeit brauchen wir, um alles richtig einzurichten, das Badezimmer zu fließen, den Garten zu richten und für Dinge, von denen wir jetzt noch nichts wissen. Das Geld brauchen wir für unvorhergesehenes, wie beispielsweise den neuen Schlafzimmerschrank, eine neue Küchenarbeitsplatte und so dieses und jenes, was einem nach einem Umzug beim Baumarktshoppen in die Hände fällt.

Wenn mich meine Zwillingsenkel im Sommer besuchen, werden sie begeistert sein. Ganz in der Nähe ist ein schöner Badesee mit Standstrand zum Buddeln und einem frisch renovierten Piratenschiff.

Aber Achtung, dafür machen wir dann Langenhagen unsicher. Kurzer Sinn eines möglicherweise länger gewordenen Textes: Wir ziehen um! Hintergrund ist nicht, dass uns unsere Wohnung nicht mehr gefällt – doch schon, schön ist sie. Aber sie soll verkauft werden und bevor wir irgendwelchen Immobilienhaien als Fraß vor die Füße geworfen werden, ergreifen wir lieber selbst die Initiative.

Wir haben beschlossen unter die Spießer zu gehen und haben ein hübsches kleines 3-stöckiges Reihenhaus mit tollem Garten in Langenhagen gemietet. Wir verabschieden uns also von unserer Wohnung im Jugendstil mit ausgedehnten Flächen in die Höhe der 50er Jahre. Mal sehen wie uns das bekommt. Da ich definitiv ein „Wechseltyp“ bin, fällt mir der Abschied nicht schwer. Was Neues kommt und das ist immer erst mal prima! ... und ich darf mehr Fahrrad fahren. Zum Bahnhof ist es jetzt nicht mehr ein schlapper Kilometer, sonder ca. 8 davon, das ist gut für die Kondition und die Gesundheit. Da gibt es doch nix zu meckern.

Einige Tage hat er sein Dope bekommen und es ging ihm gut. Leider hat er dabei unterschätzt, dass es mit dem Springen nicht mehr so klappt. Nach einem 3 Meter Absturz in unser Souterrain ging es ihm nicht wirklich gut. Aber am nächsten Tag hatte er noch mal eine Sternstunde mit Biohähnchenfilet (sehr  kleingeschnitten für ältere Katzenherren) und einen Ausflug in unseren Garten.

Eigentlich wollte ich das vermeiden, indem ich einen Stuhl quer vor den Ausgang gelegt hatte – aber ich habe vergessen, wie schmal Katerchen derweil ist – er passte durch die Streben. Ist ja auch ok, er hatte seinen Spaß und wir ein Auge auf ihn.

Heute Morgen ging es ihm richtig schlecht! Kein Appetit, keine Kraft, nix mehr. Als unser Katzendame ihn anschmuste, hat es ihn einfach von den Pfoten gehauen. Der Laufversuch danach ging in die Hinterpfotengrätsche – keine Kraft, keine Energie – ein Bild des Jammers. Das war genau das, vor dem ich mich immer gefürchtet habe: nun muss ich entscheiden ob es noch so geht oder nicht. Ich bin arbeiten gefahren, aber war nicht immer so am Ball – Katerchen ging mir so gar nicht aus dem Kopf. Nachmittags habe ich dann mit unserer Tierärztin telefoniert, nach Dienstschluss wird sie vorbeischauen und dann… ???

Und dann haben uns von Schnuffie verabschieden, wir fanden ihn schlafend unter dem Küchentisch – das tut er sonst nie. Die Tierärztin kam zu uns nach Hause, Katerchen hatte keinen Stress mehr und ist mit ihrer Hilfe friedlich und still mit ganz vielen Streicheleinheiten auf dem Sofa auf seiner Lieblinsdecke eingeschlafen.

Wir hatten tolle 19 Katzenjahre mit unserer roten Fellnase, er gehörte zur Familie und wir sind sehr traurig. Es tröstet uns, dass er im Sternenclan der Katzen seinen Kumpel Max wieder trifft und vielleicht auch mal im Revier der Pferde vorbeischaut und Lady und Tizian von uns grüsst.