Helgoland und meine Kandidatur zur Bürgermeisterin im Jahr 2010

Liebe Helgoländerinnen und Helgoländer,

bei den Stichwahlen zum Amt der Bürgermeisterin/des Bürgermeisters am 26. September 2010 habe ich 47,8 % der Stimmen erhalten. Das ist ein sensationelles Ergebnis, auch wenn es für das Amt selbst leider nicht gereicht hat. Mein ganz besonderer Dank geht ans Oberland. Dort haben Sie mich mit mehr als 50 % der Stimmen gewählt.

Ich danke Ihnen sehr für das Vertrauen, was Sie mir mit Ihrer Stimme entgegengebracht haben.

Mit vielen Grüßen

Ihre Felicitas Weck

 

Freitagmittag geht es los, Ute, Michael und ich wollen mit der OLT nach Helgoland fliegen. Die Straßen sind verschneit und das angekündigte winterliche Verkehrschaos bringt uns dazu, mit dem Zug zu fahren. Wir starten unter strahlend blauem Himmel in Hannover, schon gleich mit einer satten Verspätung. Doch da nach hinten zeitlich Platz ist, sind wir ganz entspannt. In Bremen bekommen wir gut Anschluss nach Bremerhaven und freuen uns schon auf den Flug. Draußen ist es inzwischen ziemlich diesig geworden. Ich greife zum Handy und rufe mal bei der OLT an, um zu fragen, ob alles ok ist.

Es wäre ja blöd, wenn wir mit dem Taxi zum Flughafen kommen und der Flieger geht nicht. Und es stellt sich heraus, das war eine gute Idee. Die Flüge nach Helgoland sind für heute wegen mangelnder Sichtverhältnisse eingestellt. Also stranden wir in Bremerhaven, suchen uns ein kleines Hotel und überlegen, wie wir uns die Zeit vertreiben können. Ein Tipp von Uwe erweist sich als tolle Idee: Wir besuchen das Klimahaus in Bremerhaven, ein wirklich tolles Erlebnis, insbesondere deshalb, weil es sehr leer war und wir die Reise auf 8 Grad Ost mit wenigen Ausnahmen für uns allein hatten. Leider war die Zeit viel zu knapp. Diese Reise müssen wir noch fortsetzen.

Noch ein paar Tage und ich bin endlich mal wieder auf Helgoland. Wir wollten schon längst mal wieder da gewesen sein, doch immer wieder kam was dazwischen. Aber jetzt! Am Freitag geht es los und wir wollten eigentlich bis Sonntag bleiben. Nun aber haben wir einen Tag verlängert. Am Sonntagabend ist die Ausstellungseröffnung „60 Jahre Europa auf Helgoland - Die friedliche Besetzung der Insel“ im Museum. Das lasse ich mir natürlich nicht entgehen.

Gestern spät hat die Koalition einen Änderungsantrag zur Luftverkehrsteuer zum Haushaltsbegleitgesetz eingebracht. Zwischen steuerbefreiter Umsteigezeit und der Aufnahme von Ägypten und Israel in Anlage 1 LuftVStG findet sich auch ein Passus zur Freistellung von Flügen auf Inseln ohne tideunabhängige Landanbindung. Wie schon die Linksfraktion  haben nun auch die Fraktionen von CDU/CSU und FDP eine Befreiung beantragt. Wir können also davon ausgehen, dass diese Vorlage auch so beschlossen wird. Ich hoffe doch da kommt nicht nur auf dem Flughafen Helgoland Freude auf.

Dieses Foto muss ich doch noch hier einstellen. Auch wenn sich bei mir schon längst wieder ein Alltagsgefühl eingestellt hat und ich das Gefühl habe, es ist alles schon ziemlich lange her: Heute nachmittag gab's vom stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der Bundestagsfraktion DIE LINKE Ulrich Maurer auf der Fraktionssitzung in Berlin noch einmal Mitgefühl für den knapp verpassten Sieg, Glückwünsche für ein trotzdem gutes Ergebnis und einen dicken Strauß Blumen.

Die Luftverkehrsabgabe beschäftigt weiter die Medien. CDU und SPD seien verhalten optimistisch schreibt n-tv. Ich war schon vor Wochen überzeugt, reden allein reicht nicht, daher hat die Linksfraktion im Bundestag gehandelt und einen Antrag im Rahmen der Haushaltsberatungen gestellt, die Luftverkehrsabgabe für die Inselflüge ganz zu streichen. Spannend wird es also in den entsprechenden Beratungen, ob die anderen Parteien diesem Antrag zustimmen, bzw. mit welcher Begründung sie ihn ablehnen.

Es ist also nicht zu übersehen, dass mich das Thema Helgoland noch lange nicht losgelassen hat. Derweil habe ich aber meine Alltagsarbeit wieder aufgenommen. Heute bin in in Syke, im Landkreis Diepholz als Referentin in Sachen Kommunalpolitik unterwegs. Gerade sitzen die TeilnehmerInnen in der Gruppenarbeitsphase und ich habe Zeit für diesen kurzen Blog.

Eine Kampagne "Fair Oceans" soll "für die Weltmeere als gemeinsames Erbe der Menschheit und ihre nachhaltige Nutzung" eintreten -- das ist das Ziel eines Aufrufs, der in einem Sonderteil der soeben erschienenen Herbst-Ausgabe der meerespolitischen Zeitschrift WATERKANT abgedruckt ist. Organisatoren der Kampagne sind der "Verein für Internationalismus und Kommunikation" (IntKom e. V., Bremen) und die Arbeitsstelle "Agrarhandel und Fischerei" des Evangelischen Entwicklungsdienstes (EED, Frankfurt/M.) mit Unterstützung des "Forums Umwelt und Entwicklung" (FUE, Berlin/Bonn).

Heute Nachmittag fand ich das hier veröffentlichte Bild in meiner Mailbox. Es zeigt nach meinen Informationen das Wohnzimmerfenster des frisch gewählten Bürgermeisters von Helgoland. Ich habe schon in meinem Blog von heute morgen vorsichtig erwähnt, dass der Wahlkampf von Herrn Singer nicht besonders fair geführt wurde. Dieses Nachtreten per handgebastelter Schaufenster-Deko auf eine (sehr knapp unterlegene) Gegnerin ist nur ein weiteres Beispiel dafür, dass Herr Knapp-gewählt-Bürgermeister Singer anscheinend keine gute Kinderstube hatte.

Gestern Abend um 22 Uhr bin ich wieder zu Hause in Hannover angelandet. Noch ein bisschen platt von den vielen Tagen Wahlkampf und der Anspannung zum Wahltag. Im Kat und im Zug hatte ich dann noch mal die Ruhe, diese Tage Revue passieren zu lassen. Ich bin wirklich froh, dass ich es versucht habe und finde es war die Anstrengung wert. Einen ganz besonderen Dank möchte ich ins Oberland schicken, dort habe ich die Mehrheit der Stimmen erhalten, als „Bürgermeisterin des Oberlandes“ Zwinkernd. Aber mein Dank gilt natürlich allen, die mir ihr Vertrauen geschenkt haben, die teilweise doch gewaltig über ihren Schatten springen mussten, um „eine Linke“ zu wählen. Ich bin sicher, die Linksfraktion mit Gerwin und Uwe wird dieses in mich gesetzte Vertrauen aufgreifen und ihre Arbeit wie gewohnt kritisch-konstruktiv fortführen.

Erlauben Sie mir noch eine Anmerkung zum Wahlkampf: Wir haben meinen Wahlkampf für das Amt der Bürgermeisterin auf Sach- und Fachkenntnis aufgebaut und inhaltlich mit konkreten Beispielen unterfüttert. Wir haben – sehr bewusst – darauf verzichtet mit Angriffen auf die anderen Kandidaten „Stimmung“ zu machen. Ich habe, als Kandidatin der Linksfraktion, gegen den Kandidaten der vier anderen Fraktionen trotzdem nur knapp verloren. Vielleicht wird das dem Einen oder Anderen Anlass zur Nachdenklichkeit geben.

Ich werde diese Website weiterführen, aber natürlich nicht so intensiv wie zu Zeiten des Wahlkampfes. Aber wenn Sie den Kontakt zu mir nicht verlieren wollen, besuchen Sie mich hier einfach immer mal wieder. Genau so wie ich immer mal wieder auf der schönen Insel Helgoland vorbeischauen werde.

Ich wäre gern Ihre Bürgermeisterin geworden. Zunächst einmal herzlichen Dank an alle meine Wählerinnen und Wähler für die tolle Unterstützung.

Offensichtlich haben leider die unsachlichen Behauptungen, mit einer linken Bürgermeisterin würden keine privaten und öffentlichen Gelder mehr nach Helgoland kommen, doch mehr gegriffen als ich gedacht habe.

Gleichzeitig bin ich stolz darauf, dass bereits das Wahlergebnis vor drei Wochen mit 30,8 % das meines Wissens nach Beste bisher in Westdeutschland für eine linke Bürgermeisterin gewesen ist. Dass wir dieses tolle Ergebnis noch auf 47,7% aufstocken konnten, freut mich besonders. Das ist ein sehr guter Rückenwind für die weitere kommunalpolitische Arbeit der Linksfraktion mit Uwe und Gerwin und dem gesamten Kreisverband DIE LINKE auf Helgoland, ohne die es einen solch guten Start nicht gegeben hätte.

Während meines Wahlkampfes habe ich in vielen Faltblättern und auf meiner Website praktische Beispiele aufgezeigt, wie die Entwicklung Helgolands voran gebracht werden kann. Ich hoffe, dass der neue Bürgermeister sich dieses Fundus bedient. Es wäre sicherlich im Interesse der Insel.

Ich habe hier auf Helgoland in den letzten zwei Jahren viele nette und interessante Menschen getroffen, neue Freundschaften sind entstanden. Diese Erfahrung kann mir kein Wahlergebnis nehmen. Daher werde ich noch oft als Gast nach Helgoland kommen, aber auch als kommunalpolitische Beraterin der Linksfraktion Helgoland zur Verfügung stehen.

Wir sehen uns!

Liebe Helgoländerinnen und Helgoländer,

bei den Stichwahlen zum Amt der Bürgermeisterin/des Bürgermeisters am 26. September 2010 habe ich 47,8 % der Stimmen erhalten. Das ist ein sensationelles Ergebnis, auch wenn es für das Amt selbst leider nicht gereicht hat. Mein ganz besonderer Dank geht ans Oberland. Dort haben Sie mich mit mehr als 50 % der Stimmen gewählt.

Ich danke Ihnen sehr für das Vertrauen, was Sie mir mit Ihrer Stimme entgegengebracht haben.

Mit vielen Grüßen

Ihre Felicitas Weck

Einmal werden wir noch wach…, ich bin wirklich sehr gespannt, welches Votum die Helgoländer Wählerinnen und Wähler morgen abgeben. Manchmal bin ich noch etwas erstaunt über die vielen guten Wünsche, die mir mit auf den Weg gegeben werden, wenn ich hier auf Helgoland durch die Straßen spaziere. Es ist schön zu merken, wie viel Sympathie darin enthalten ist.