Helgoland und meine Kandidatur zur Bürgermeisterin im Jahr 2010

Liebe Helgoländerinnen und Helgoländer,

bei den Stichwahlen zum Amt der Bürgermeisterin/des Bürgermeisters am 26. September 2010 habe ich 47,8 % der Stimmen erhalten. Das ist ein sensationelles Ergebnis, auch wenn es für das Amt selbst leider nicht gereicht hat. Mein ganz besonderer Dank geht ans Oberland. Dort haben Sie mich mit mehr als 50 % der Stimmen gewählt.

Ich danke Ihnen sehr für das Vertrauen, was Sie mir mit Ihrer Stimme entgegengebracht haben.

Mit vielen Grüßen

Ihre Felicitas Weck

 

Auch das geht Helgoland an: Michael Braedt schreibt über den Versuch der Bundesregierung - unter anderem - in der Nordsee Kohlendioxid (CCS) versenken zu wollen. Der Bundesrat verhindert die CO2-Verpressung auf dem Terrain der Bundesländer - doch was ist außerhalb der 12-Meilen-Zone?

Und aus der Gemeinde Helgoland ist zu hören, dass Bürgermeister Singer sich dem nicht entgegenstellen will.  Schade!!
Hier kann der Artikel von Michael Braedt gelesen werden, der übrigens auch gern immer wieder Helgoland besucht.

Vor einiger Zeit hatte mich die WATERKANT-Redaktion gebeten, einen Artikel zum Bürgerentscheid zur Landverbindung zu schreiben:

Jetzt ist sie erschienen und hier kann auch der Artikel von mir gelesen werden.

Über 80 % der wahlberechtigten EinwohnerInnen von Helgoland haben sich beteiligt und 54,74  % sind gegen die Landverbindung zwischen Helgoland und der Düne! Helgoland, Du hast dich richtig entschieden und ich freu mich so!

Jetzt ist der Weg frei für eine ökologisch und sozial verträgliche Weiterentwicklung der Gemeinde Helgoland. Herzlichen Glückwunsch  und herzlichen Dank an alle, die dafür gesorgt haben, dass weiterhin die HelgoländerInnen das Sagen auf der Insel haben und nicht die Investoren und ihre Banken.

Hier eine kleine Presseschau:

Deutsche Welle - Hamburger Abendblatt - Spiegel - Stern

 

 

 

Heute morgen habe ich Hans getroffen, im "Hamburger Abendblatt":

"Die Erweiterung wäre das Ende des Eilandes"

Hans Stümer wird die Frage "Sind Sie für eine Landgewinnung durch eine Verbindung der beiden Inselteile Helglolands?" am Sonntag mit "Nein" beantworten. Der Kreistagsabgeordnete (Die Linke) kritisiert, dass die Gemeinde weder konkrete Kostenkalkulationen noch Pläne für die Erweiterung genannt hat.

Mit einem Ja für eine Landverbindung würden die Helgoländer "ihre Zukunft in die Hände unbekannter Geldgeber legen".

Eine Erweiterung bedeute, dass Helgoland für die kommenden zehn Jahre eine Großbaustelle sei. "Ich spreche viel mit den Gästen. Sie würden dann die Insel meiden", sagt Stühmer. Der pensionierte Chef des Wasser- und Schifffahrtsamtes auf Helgoland lebt seit 40 Jahren dort und plädiert für eine sanfte Veränderung der Insel.

Die Landverbindung sei auch aus anderer Sicht problematisch. "Bei einer Jahrhundertsturmflut sehe ich eine bitterböse Katastrophe kommen."

Recht hat er! kann ich da nur sagen und an meinen Blog aus dem Januar dieses Jahres erinnern: In Dubai geht die Welt unter - the World versinkt.

Auf Helgoland gibt es zurzeit fast nur ein Thema: Wie stehen die Einzelnen zur Landverbindung von der Insel Helgoland zur Düne – JA? – NEIN? Wie wird der Bürgerentscheid am kommenden Sonntag ausgehen? Die Insel scheint gespalten. Mir hingegen scheint allerdings, dass sich die Gäste der Insel sehr einig sind: Sie wollen die Landverbindung nicht.

Ich jedenfalls habe keineN getroffen, der sich für diese Großbaustelle ausgesprochen hat. Ganz im Gegenteil, vor allem die Gäste, die die Insel regelmäßig besuchen, schätzen die Ruhe und Naturverbundenheit insbesondere der Düne und haben Angst, dass diese Einmaligkeit verloren geht. Die in einigen Lokalen ausliegenden Gästebücher dokumentieren dieses auch. Und so hoffe ich, dass sich die Helgoländerinnen und Helgoländer im Sinne ihrer Gäste entscheiden und am Sonntag mit „NEIN“ stimmen. Daher schließe ich mich dem Aufruf des Kreisverbandes DIE LINKE. Helgoland an und möchte ihn hier auch noch mal dokumentieren:

Liebe Helgoländerinnen und Helgoländer, liebe Gäste,
am letzten Sonntag hat Torsten Conradi vor rund 300 interessierten Bürgerinnen und Bürgern einen fundierten Vortrag über die Landverbindung zur Düne und die daraus zu erwartenden Folgen gehalten. 
Er hat deutlich gemacht, dass es gut wäre, anstatt eines „Hau-Drauf-Projektes“ besser „minimalinversiv“ zu agieren. Mit dem Besinnen auf die Kernkompetenz - Naturerlebnis Helgoland - und die Nutzung der vielen guten Ideen aus dem Regionalen Entwicklungskonzept können mit relativ geringem Aufwand große wirtschaftliche Erfolge erzielt werden.

Gehen Sie bitte am nächsten Sonntag zur Abstimmung.
Denken Sie daran, dass sich Helgoland bei einem „JA“ zur Landverbindung in die Hände unbekannter Geldgeber begibt und den Helgoländerinnen und Helgoländern damit jeder Einfluss auf die weitere bauliche Entwicklung genommen wird.
Ihr „NEIN“ zur  Landverbindung bedeutet nicht, dass alles so bleibt wie es ist, sondern es macht im Gegenteil endlich den Weg frei für zeitnahe realistische Projekte.

Gestern habe ich Kat und Unterkunft für die nächsten Tage auf Helgoland gebucht. Ich bleibe einige Tage, um gemeinsam mit dem Kreisverband Die Linke. Helgoland darauf aufmerksam zu machen, dass die Pläne Helgoland und die Düne zu verbinden vielleicht doch nicht der Weisheit letzter Schluss sind. Ganz abgesehen von den vielen Unwägbarkeiten bezüglich der Finanzierung und die ökologische Unverträglichkeit muss mensch sich ja fragen, wer schon Lust hat die nächsten 6 bis 10 Jahre auf einer Baustelle zu wohnen, geschweige denn, dort in Ruhe Urlaub zu machen. Solche Pläne können sich doch nur Menschen ausdenken, die ihren Fluchtpunkt auf dem Festland haben.

Seit Tagen geistert es durch die Presse, die Landaufschüttung in Helgoland - der große Wurf - wird wieder diskutiert. Der „Masterplan“, die Landverbindung zwischen der Hauptinsel und der ihr vorgelagerten Düne soll nun doch realisiert werden: 100 Hektar neues Land, mitten in der nicht nur im Winter höchst stürmischen Nordsee. Zur gleichen Zeit berichtet die Presse: „The World“, das ehrgeizige Inselprojekt in Dubai, das aus 300 künstlich aufgeschütteten Inseln in Form einer Weltkarte besteht, kann nicht mehr instand gehalten werden.

Und dann ist unsere Zeit schon wieder vorbei. Morgens schneit es, wir dachten schon, das wird nix mit dem Flieger, doch dann klart es auf und um 14.00 Uhr fahren wir mit der Witte Kliff auf die Düne. Eigentlich hatten wir vor, noch mal nach den Robbenbabys zu schauen, aber der gerade eingeflogene Pilot will den Flug vorziehen, sicher ist sicher und so gehts etwas früher mit dem Flieger nach Bremerhaven. Schade, schon wieder ist die Zeit auf Helgoland vorbei!

Am Sonntagabend sind wir zur Ausstellungseröffnung in das Museum Helgoland eingeladen. Die Museumscrew – bekannt für ihre engagierten Fotoausstellungen – hat zum Vorabend des historischen Datums des 20. Dezembers 1950 eine einmalige Sammlung von historischen Fotos und Dokumenten erstellt, die die friedliche Besetzung der Insel Helgoland durch die beiden Studenten René Leudesdorff und Georg von Hatzfeld dokumentieren.

Eigentlich wollte Ute am Sonntag den Flieger nehmen, schließlich ist Montag wieder Schule. Doch hier macht ihr der Wettergott einen Strich durch die Rechnung.

Der Blick aus dem Fenster nach dem Klingeln des Weckers um 7.00 Uhr verrät: es schneit und deshalb wird es auch heute nichts mit dem Flug. Wir machen uns also auf den Weg nach Cuxhaven, um mit der Funny Girl die Reise fortzusetzen. Vorher ist noch ein Besuch in der Apotheke angesagt, ich brauche dringend Tabletten gegen Seekrankheit, da mag die Nordsee noch so ruhig daherkommen. Gleich in der Apotheke wird eine Pille eingeworfen und nach ca. einer halben Stunde bin ich ganz tranig im Kopf, aber besser tranig, als Fische füttern. Die meiste Zeit der Überfahrt verdöse ich und gegen 13.00 Uhr sind wir endlich da.