Helgoland und meine Kandidatur zur Bürgermeisterin im Jahr 2010

Liebe Helgoländerinnen und Helgoländer,

bei den Stichwahlen zum Amt der Bürgermeisterin/des Bürgermeisters am 26. September 2010 habe ich 47,8 % der Stimmen erhalten. Das ist ein sensationelles Ergebnis, auch wenn es für das Amt selbst leider nicht gereicht hat. Mein ganz besonderer Dank geht ans Oberland. Dort haben Sie mich mit mehr als 50 % der Stimmen gewählt.

Ich danke Ihnen sehr für das Vertrauen, was Sie mir mit Ihrer Stimme entgegengebracht haben.

Mit vielen Grüßen

Ihre Felicitas Weck

 

Vor rund 2 Wochen meldete die überregionale Presse, dass aus dem versprochenen Wohnungsneubau für Offshore-Arbeiter unterhalb des Leuchtturms wohl eher wenig wird. Stattdessen hat ein Windkraftunternehmen (e.on-Tochter) das Helgoländer Renomierhotel „Atoll“ komplett für 10 Jahre als Unterkunft für seine Beschäftigten gebucht, weitere Hotels haben ebenfalls bereits etliche Zimmer langfristig an Offshorefirmen vermietet, so dass die Bettenkapazität für die in der Saison regelmäßig ausgebuchte Hochseeinsel ab 2013 drastisch um rd. 17 % reduziert wird. Auf Helgoland herrscht deshalb große Unruhe und das Nordwestradio von Radio Bremen wollte der Sache mit einer 1-stündigen Sendung am 18.4.2012 auf den Grund gehen. Eingeladen waren dazu ins Atoll Bürgermeister Singer, der Atoll-Eigner Arne Weber, ein Vertreter der Windkraftfirma und Detlev Rickmers, bekannter Hotelier auf Helgoland. Und dann kam ich ins Spiel.

Das Nordwestradio fragte mich am späten Samstag (14.4.), ob ich als knapp unterlegene ehemalige Bürgermeisterkandidatin der LINKEn für Helgoland  (September 2010 mit 47,8%) nicht das Anliegen der Insel in der vorgesehenen Radiosendung vertreten wolle. Bürgermeister Singer habe kurzfristig abgesagt und danach Arne Weber und dann auch der Vertreter der Windkraftfirma. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, auch wenn viele HelgoländerInnen dem Miss- bzw. Nichtmanagement der Gemeindeoberen in Sachen Ansiedlung der Offshore –Beschäftigten eine gehörige Mitschuld an der jetzigen verfahrenen Situation geben. Sollte mit der „Kettenabsage“ etwa eine für die Beteiligten möglicherweise peinlich werdende Veranstaltung hinterrücks gekippt werden, wie nicht nur der Redakteur des Nordwestradios mutmaßte? Dieser Plan ging nach hinten los.

Die Redakteure gingen mehrfach in der Sendung auf die „spontanen“ Absagen ein, äußerten ihr absolutes Unverständnis und können wie ich nicht begreifen, warum der Bürgermeister der Insel die großartige Chance vergeben hat, im Radio für unsere unvergleichliche Insel zu werben.

Ohne Bürgermeister Singer, Arne Weber und den Windkraftvertreter wurde es eine sehr interessante, zum Teil kontroverse, aber differenzierte Diskussion über die Zukunft der Insel und die Möglichkeiten einer gegenseitigen Rücksichtnahme von Naturschutz, Nutzung alternativer Energien und Tourismus. Gefragt nach einem zündenden Motto für Helgoland fiel mir spontan ein „Helgoland – Natur pur“, wobei ich dabei ausdrücklich von Detlev Rickmers unterstützt wurde. Der alteingesessene Helgoländer, der frühere Hafenmeister und ehemalige LINKEN Kreistagsabgeordnete Hans Stühmer widerlegte überzeugend die offizielle Erklärung der Windkraftfirma, der ursprünglich geplante Wohnungsbau am Leuchtturm sei an der dortigen Belastung mit Munition gescheitert. Offensichtlich haben hier handfeste finanzielle Gründe eine Rolle gespielt. Bürgermeister und Verwaltung haben nicht eingegriffen oder wollten das vielleicht auch nicht.

Ich habe in der Sendung gerne für Helgoland geworben – viele der anwesenden ZuhörerInnen waren jedenfalls davon angetan.