Helgoland und meine Kandidatur zur Bürgermeisterin im Jahr 2010

Liebe Helgoländerinnen und Helgoländer,

bei den Stichwahlen zum Amt der Bürgermeisterin/des Bürgermeisters am 26. September 2010 habe ich 47,8 % der Stimmen erhalten. Das ist ein sensationelles Ergebnis, auch wenn es für das Amt selbst leider nicht gereicht hat. Mein ganz besonderer Dank geht ans Oberland. Dort haben Sie mich mit mehr als 50 % der Stimmen gewählt.

Ich danke Ihnen sehr für das Vertrauen, was Sie mir mit Ihrer Stimme entgegengebracht haben.

Mit vielen Grüßen

Ihre Felicitas Weck

 

Ich habe es mir derweil in meinem Appartement im Unterland gemütlich gemacht.  Es ist alles eingeräumt, ich habe mir eine kleine Arbeitsecke geschaffen - nun kann’s losgehen. Die ersten Gespräche sind geführt, das nächste Faltblatt so gut wie fertig und mein Terminkalender füllt sich langsam mit weiteren Terminen. 

Im Moment knacke ich am Problem der Schiffsanbindung

Es wäre alles so einfach: Die Gemeinde gründet eine Genossenschaft, kauft ein bis zwei technisch hochwertige Schiffe und übernimmt einen Teil des Schiffsverkehrs selbst. Eine schöne Illusion! Die traurige Gegenwart: Am Montag fiel die Atlantis wegen elektronischem Defekt aus, heute - Mittwoch - kommen weder die „Helgoland“ noch die „Lady von Büsum“ , der „Halunder Jet“ ist abgedreht, die See ist zu hoch. Für die Menschen hier, die vom Tagestourismus leben beinhaltet so etwas eine sofortige Halbierung des Tagesumsatzes; für Festlandbewohner kaum vorstellbar, für die Gewerbetreibenden auf Helgoland ein regelmäßig wiederkehrendes Ereignis. Da am Wetter nix zu ändern ist, muss sich also tatsächlich etwas bezüglich der Schiffsanbindung verändern. Hier ist die Gemeinde Helgoland leider nicht in der Lage, dieses aus eigener Kraft zu schaffen, wohl aber hat sie die Pflicht alles daran zu setzen, dass sich sowohl die Bundes- wie die Landesregierung dieses Problems bewusst und tätig werden.

Was ist konkret zu tun?

Das ÖPNV-Gesetz (ein Bundesgesetz) muss geändert werden - auch nichts, was innerhalb kurzer Zeit zu erreichen ist, aber es muss beharrlich darauf hin gearbeitet werden. Zurzeit ist Helgoland „außen vor“, da die Definition des öffentliche Nahverkehrs auf max. 50 km bzw. 1 Stunde Fahrtzeit beschränkt ist. Für Helgoland trifft beides nicht zu: also keine ÖPNV-Bezuschussung. Das muss geändert werden, da dadurch der Landkreis Pinneberg als ÖPNV-Träger in die Pflicht käme.  Ich kann verstehen, dass die Motivation des Landkreises sich stark in Grenzen hält, hier aktiv zu werden, aber…

Auch über Strukturfördermaßnahmen kann die Schiffsanbindung verbessert werden. Die Strukturförderpläne der EU weisen finanzielle Förderung sowohl für Kommunen als auch für Unternehmen aus - insbesondere für Regionen in Insellage und für strukturschwache Gebiete - gemeinsam mit dem Landkreis und der Landesregierung sind die Voraussetzungen dafür auszuloten. Mit dem einsamen Ruf nach Wettbewerb jedenfalls ist das Problem nicht lösbar.
Aus Gesprächen habe ich gelernt, dass die Idee, Helgoland möge eine eigene Reederei gründen, schon recht alt ist. Hier sind also auch die Helgoländerinnen und Helgoländer gefragt - welche Chancen haben wir gemeinsam? Ich wage diese Frage nicht zu beantworten, weiß aber, auch da bleibe ich am Ball - wenn Sie mich lassen.