Helgoland und meine Kandidatur zur Bürgermeisterin im Jahr 2010

Liebe Helgoländerinnen und Helgoländer,

bei den Stichwahlen zum Amt der Bürgermeisterin/des Bürgermeisters am 26. September 2010 habe ich 47,8 % der Stimmen erhalten. Das ist ein sensationelles Ergebnis, auch wenn es für das Amt selbst leider nicht gereicht hat. Mein ganz besonderer Dank geht ans Oberland. Dort haben Sie mich mit mehr als 50 % der Stimmen gewählt.

Ich danke Ihnen sehr für das Vertrauen, was Sie mir mit Ihrer Stimme entgegengebracht haben.

Mit vielen Grüßen

Ihre Felicitas Weck

 

Heute habe ich in der Fachzeitschrift „innovative Verwaltung“ gestöbert, die oft reichlich kopflastig zu lesen ist. Zwei Artikeln allerdings waren sehr interessant.
Der erste Artikel befasst sich mit einer Handlungsempfehlung der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt), der auf ein wesentliches Merkmal im Rahmen des Personalmanagements hinweist: die Familienfreundlichkeit. Erst wenn die familiären und lebensphasenabhängigen Bedürfnisse mit dem Berufsalltag in Einklang zu bringen sind, können die MitarbeiterInnenpotentiale optimal genutzt werden.

Schöne Worte, aber schwer getan? Das wiederum kommt auf die Verwaltungsführung an. Jede gute Verwaltungsspitze sollte ein hohes Interesse an der Gesundheit und Zufriedenheit der MitarbeiterInnen haben - nicht nur aus menschlichen Gründen, sondern auch aus der Arbeitgebersicht heraus. Doch leider sind es momentan eher nur die größeren privaten Unternehmen, die Familienfreundlichkeit in ihr Geschäftskonzept aufnehmen. Es ist an der Zeit, dass die Verwaltungen ihnen hier nacheifern.

Zwei Schwerpunkte sind zu setzen: einmal die Zusammenarbeit mit berufstätigen Müttern und Vätern und zum anderen Menschen, die einen Angehörigen pflegen wollen/müssen. Mit den unterschiedlichsten Teilzeitarbeitsmodellen, mit viel Flexibilität beispielsweise bei der Arbeitszeit oder dem Arbeitsort lassen sich gemeinsam mit den Betroffenen Lösungen finden, die die Zufriedenheit der ArbeitnehmerInnen und damit auch die Arbeitsmotivation erhöhen. Ob es wirklich notwendig ist, diese familienfreundliche Verwaltung dann mit entsprechenden Kennzahlen zu hinterlegen - wie es der KGSt vorschlägt -, wage ich allerdings zumindest für kleinere Verwaltungen zu bezweifeln.

Ein zweiter interessanter Artikel geht auf Veränderungen in den Verwaltungsabläufen ein. Wer kennt nicht den boshaften Witz vom Beamtenmikado: „Wer sich bewegt, hat verloren.“ Unter dem Titel „Beteiligung der Beschäftigten sprengt emotionale Barrieren“ wird dargestellt, dass neue Projekte sehr viel erfolgreicher eingeführt werden, wenn die daran beteiligten VerwaltungsmitarbeiterInnen nicht nur über Neuerungen informiert, sondern frühzeitig in die Planungen und Vorbereitungen einbezogen werden. Veränderungen - und das ist nicht nur in der Verwaltung so - werden eher akzeptiert und angenommen, wenn die Betroffenen an der Entwicklung und Einführung beteiligt waren, sie sind dann deutlich motivierter. Ein übergestülpter Modernisierungsprozess wird daher leichter scheitern.

Beide Artikel bestärken mich in meiner Auffassung: Jede Verwaltung kann nur so gut sein, wie ihre Leitung sie lässt. Diese Prinzipien würde ich als Bürgermeisterin von Helgoland realisieren: Die besten Arbeitsergebnisse gibt es nur mit einem zufriedenen Team.