Da hat mich ein Helgoländer vor einiger Zeit gefragt: „Wie hältst du es eigentlich mit der Kirche?“ Nachdem ich darüber ein Weilchen nachgedacht habe, bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass es gut wäre, hier mal was darüber zu schreiben.

Ich bin überzeugte Pazifistin, also eine Frau, die die militärische Gewaltanwendung sowie Gewalt insgesamt als „Durchsetzungsstrategie“ vollständig ablehnt. Ich bin kein Mitglied irgendeiner Kirche oder Religionsgemeinschaft. Das war ich nie, denn in meinem Elternhaus - und das war sehr selten in den 50er und 60er Jahren -  war die Kirchenzugehörigkeit kein Thema, wohl aber das Thema „Pazifismus“. „Frieden ist eine Frucht der Gerechtigkeit, heißt es im Buch des Propheten Jesaja. Und Jesus nennt in der Bergpredigt die selig, die Frieden stiften. Gottes Frieden anzusagen und, getragen von dieser Gewissheit, sich für einen gerechten Frieden auf dieser Erde einzusetzen, ist Aufgabe der Kirche.“

Dieser Gedanke, den ich im „Evangelischen Wort zu Krieg und Frieden in Afghanistan“ der ehemaligen Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland Dr. Margot Käßmann gelesen habe, beschreibt für mich die wichtigste Aufgabe der Kirchen unserer Gesellschaft. Diesem Auftrag des „gerechten Friedens“ stehe ich sehr nah und aufgeschlossen gegenüber und damit auch der Kirche, die diesen Gedanken trägt. Mein erster Gottesdienst auf Helgoland - in der Nacht zum 1. März - war getragen von dem Bewusstsein dieser Verantwortung und hat mich stark berührt.