Am vergangen Wochenende war Bundespartei in Leipzig. Eineinhalb Tage herrschte die Ruhe vor dem Sturm, bis am Sonntag, nach der Rede von Sahra Wagenknecht, der Streit offen ausbrach. Ich hatte als Mitglied des Präsidiums die Ehre, die Versammlung hin und wieder von oben betrachten zu dürfen.

Ein Parteitag ist kein Ponyhof! Es gibt keine einfachen Antworten zu den Auseinandersetzungen über Migration und die richtige Reaktion auf den Rechtspopulismus. Nun sind ein Teil der Konflikte von Angesicht zu Angesicht ausgesprochen und nicht mehr nur indirekt über die diversen Medien ausgetragen worden. Ob diese – durch die Basis erzwungene Debatte -  nun das „reinigende Gewitter“ war, muss sich erst noch zeigen. Ich als Klärungshelferin weiß: nur durch Klarheit und Wahrheit löst sich der Konflikt, es geht eben nicht nur um Sachfragen, sondern definitiv um mehr. Ob wir in Leipzig wirklich über diese Brücke gegangen sind, bezweifele ich. Die inhaltliche Debatte wird weitergehen, aber allein dadurch wird sich die Auseinandersetzung nicht beilegen lassen. Es geht um Kernfragen linker Politik und damit auch um das Selbstverständnis als Linke*r. …und auch das neue Reizwort „Sammlungsbewegung“ trägt meines Erachtens nicht zur Beruhigung bei.